Drabbles

Vorwort:

Drabbles, eine literrarische Gattung, die ich zuerst auf der Indiautorenplattform Bookrix.de entdeckt habe.

Meiner persönlichen Erfahrung beim Verfassen von Prosa kam diese ein Zeit lang sehr entgegen.

Die klaren Zeit und Rahmen Vorgaben kommen mir hier sehr entgegen.

Ich glaube diese kleinen Geschichten bestätigen das :O)

Wünsche euch viel Spaß und ein bisschen „schwarzen“ Humor damit.

STURMPECH

Er stand an der Reling und blickte über das Meer. Seine Gedanken wanderten zu dem was gerade eben geschen war. Er schloß die Augen vor innerer Anspannung. Seine Hand zitterte als er das blutige Messer aus ihr in die Tiefe gleiten ließ. Es flog wie ein Pfeil hinab, den weißen Schaumkronen entgegen. Über das Meer peitsche ein zunehmender regennasser Sturm. Beinah hätte er den Fehler seines Lebens begangen und das Messer liegen gelassen. Eine Stimme drang durch das Tosen des Windes nur schwach zu ihm empor. Er öffnete die Augen und blickte hinab. Gehört das ihnen? Verstand er.

TODESSUPPE

Sie konnte nicht glauben, was sie sah. Der Mann mit dem sie verabredet war, flirtete ungeniert mit der Blondine am Nachbartisch. Jetzt oder nie! Sie zog das Pulver rasch aus ihrer Handtasche, und rührte es in den Suppenteller. Dann tauschte sie diesen mit seinem und zwinkerte dem Kellner zu, der sie im Vorbeigehen erstaunt ansah. Rasch löffelte sie ihre Suppe. Er wandt sich ihr wieder zu und lächelte. Ich glaube ich sollte der Freundin des Kochs nicht zu viele Komplimente machen was Schatz? Da viel ihr Kopf in den Teller und der gesamte Inhalt spritzte auf sein nagelneues Hemd.

COMPUTERLEBEN

Ich bin nicht erledigt, dachte der Drache. Obwohl er schon ziemlich erledigt war. Er schielte um die Ecke des Berges. Dort stand der Ritter noch immer vor dem Höhleneingang und rief nach ihm. Es war verdammt anstrengend gewesen durch den gesamten Berg und um ihn herum zu laufen. Alles nur, weil der Hauptausgang verschüttet war. Die Sonne brannte ihm aufs Haupt, er schwitzte ganz schrecklich in seinen Schuppen. Vermutlich mehr als dieser Mensch in seiner Rüstung. Auf Zehenspitzen schlich er sich an den Ruhestörer heran und öffnet das Maul gerade weit um das Dosenfutter zu verschlingen. Da sagte der Ritter gelassen: PAUSE, SPEICHERN.

STADT DER BRÜCKEN

Er saß auf der Bank und dachte an den Tag vor 7 Jahren. Seine Frau war genau an der Stelle von der Brücke gesprungen, die er jetzt im Auge hatte. Wäre er damals zur Stelle gewesen, hätte er sie vielleicht daran hindern können. Wie offt hatte er sich dies schon überlegt? Sie wäre nicht zufällig in der Gondel des reichen amerikanischen Geschäftsmannes gelandet, und hätte ihn und die 5 Kinder nicht übernacht verlassen. Was für eine schreckliche Vorstellung! Er könnte dann niemals hier in Ruhe auf der Bank sitzen und den Tag verträumen.

POLITIK DER VERGANGENHEIT

Sein Blick war starr auf seine Rede geheftet. Das Schweigen rauschte an ihm vorüber. Niemand rief hinein, Niemand klatschte in die Hände oder schlug auf die Bank. Das Schweigen war wie Eis in der Luft. Er blickt endlich auf und sah in die Augen der Opposition. Dann brach der Jubelsturm über ihn herein wie ein Tsunami., genau nach seinen letzten Worten: „…und darum trete ich von meinem Amt als Präsident zurück.“. Er atmete tief durch und schaltete das Holo aus. Keiner hatte die Sekunden danach überlebt. Darum war er nun immer noch Präsident.

JESUS

Jesus hängt am Kreuz. Eine Aussichtslose Lage, denkt er. Sie haben mir einfach nicht gelaubt, warum soll ich jetzt also dir glauben GOTT? Weil dir kaum etwas anders übrig bleibt, sagt eine Stimme. Stimmt, denkt Jesus, sonst bin ich eh im Arsch. Also hoffe ich mal, dass ich mir das alles nicht nur eingebildet habe mit Gott. Einige Stunden Später, nach schrecklichen Leiden, stellt Jesus fest, dass er sich wohl doch geirrt hat und stirbt. Mist, denkt Gott, der Kerl war wohl ein Auslaufmodell. Aber da sollte er sich irren.

 

© Alle Texte und Ideen sind geistiges
Eigentum von Ludger Christian Albrecht (Luc A.)

 

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