Shortstory-3

Farben des Lebens

In den pulsierenden Straßen von Eastside City lebten zwei Teenager, deren Welten unterschiedlicher nicht sein konnten. Tex, ein cooler Sprayer mit einem Hang zu Abenteuer und Rebellion, und Mia, eine ehrgeizige Tänzerin, die von einer Karriere am Broadway träumte.

Tex lebte für die Nacht. Bewaffnet mit einer Tasche voller Spraydosen, verschönerte er die grauen Wände der Stadt mit seinen farbenfrohen Kunstwerken. Seine Freunde nannten ihn „Phantom“, weil niemand ihn je bei der Arbeit sah. Nur seine besten Freunde, Jake und Sam, wussten von seinem geheimen Talent.

Mia hingegen war das perfekte Gegenstück. Tagsüber trainierte sie unermüdlich im Tanzstudio und nachts träumte sie von ihrem großen Durchbruch. Ihre Freunde, darunter ihre beste Freundin Lisa, bewunderten ihre Disziplin und ihr Talent.

Eines Nachts, als Tex gerade ein neues Meisterwerk an einer alten Lagerhalle schuf, bemerkte er Mia, die auf dem Weg nach Hause von einer Tanzprobe war. Sie blieb stehen und betrachtete sein Werk.

„Das ist wirklich beeindruckend“, sagte sie laut, ohne ihn direkt anzusehen.

Tex zuckte zusammen und drehte sich schnell um. „Danke, aber du solltest hier nicht sein. Es könnte Ärger geben.“

„Keine Sorge, ich bin nur eine Tänzerin, die auf dem Heimweg ist. Ich habe keine Zeit für Ärger“, antwortete Mia lächelnd.

Tex grinste. „Eine Tänzerin, hm? Vielleicht sollten wir mal zusammenarbeiten. Kunst trifft auf Tanz.“

„Ich bin mir nicht sicher, ob meine Tanzlehrerin das gutheißen würde“, sagte Mia mit einem Augenzwinkern.

In den folgenden Wochen trafen sie sich immer wieder zufällig. Mia übte oft in der Nähe von Tex‘ Lieblingswänden, und er begann, ihre Tanzproben zu beobachten. Eines Tages brachte er ihr eine Skizze, die er von ihr gemacht hatte, während sie tanzte.

„Das bist du“, sagte er schüchtern und reichte ihr das Blatt.

Mia war gerührt. „Das ist wunderschön. Ich wusste nicht, dass du auch Porträts machst.“

„Ich mache vieles, was die Leute nicht wissen“, antwortete Tex geheimnisvoll.

Ihre Freundschaft entwickelte sich schnell zu etwas mehr. Sie lachten viel.

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Eigentum von Ludger Christian Albrecht (Luc A.)