
Das Geheimnis des ägyptischen Schattens
Es war eine dunkle, neblige Nacht in London, und Inspektor Henry Collins von Scotland Yard war auf dem Weg zu einem ungewöhnlichen Tatort: dem Britischen Museum. Ägyptische Schätze waren gestohlen worden, und es gab Berichte über seltsame Erscheinungen.
„Ein Gespensterfall, Henry?“ fragte seine Assistentin, Detektive Emily Clarke, als sie sich dem Museum näherten. „Das klingt nach einem Spaß.“
„Ach, Emily, ich glaube nicht an Gespenster. Aber wenn sie anfangen, Schätze zu stehlen, werde ich mich wohl um sie kümmern müssen“, antwortete Henry trocken.
Im Museum angekommen, wurden sie von dem aufgeregten Kurator, Dr. Richard Blackwood, empfangen. „Inspektor Collins, Detektive Clarke, danke, dass Sie so schnell gekommen sind. Es ist ein Desaster!“
„Beruhigen Sie sich, Dr. Blackwood. Was ist genau passiert?“ fragte Henry.
„Mehrere unserer wertvollsten ägyptischen Artefakte wurden gestohlen. Und das Seltsamste ist, mehrere Zeugen berichten, eine geisterhafte Gestalt durch die Hallen wandern gesehen zu haben.“
„Vielleicht ein ehemaliger Museumsführer, der noch nicht in Ruhestand möchte?“ scherzte Emily.
Henry grinste. „Oder ein Dieb mit Sinn für Dramatik. Wir sehen uns die Sicherheitsaufnahmen an.“
Während sie die Überwachungsbänder studierten, sahen sie tatsächlich eine schattenhafte Gestalt, die sich durch die Ausstellung bewegte. „Das ist zumindest kein gewöhnlicher Dieb“, murmelte Henry. „Wir haben es hier mit einem Mann zu tun, der wohl gerne ein Spiel spielt.“
Plötzlich schaltete sich Emily ein. „Seht mal hier! Der Geist geht durch die Wand, aber da ist ein Schimmer. Das könnte ein versteckter Gang sein!“
„Gute Augen, Emily. Lassen Sie uns das untersuchen.“
Sie folgten der Spur durch das Museum und fanden eine versteckte Tür, die zu einem alten, vergessenen Keller führte. „Wer hätte gedacht, dass das Museum mehr Geheimgänge hat als ein Schloss?“ sagte Emily schmunzelnd.
Im Keller entdeckten sie Hinweise auf den Dieb: Karten von ägyptischen Grabstätten und Notizen über uralte Flüche. Plötzlich hörten sie ein Geräusch hinter sich und drehten sich schnell um.
„Na, wenn das nicht der berühmte Inspektor Collins ist“, sagte eine Stimme aus den Schatten. Eine schlanke Gestalt trat hervor. „Mein Name ist Sebastian Graves. Ich bin der Geist, den Sie suchen.“
„Geist oder nicht, Sie sind festgenommen, Graves“, sagte Henry entschlossen.
„Ach, Inspektor, es wird nicht so einfach sein“, erwiderte Graves lächelnd und löste eine Rauchbombe aus. Als der Rauch sich legte, war er verschwunden.
„Das nenne ich einen dramatischen Abgang“, sagte Emily. „Wir müssen ihn verfolgen!“
Die Verfolgungsjagd führte sie durch die Straßen Londons, über Dächer und durch enge Gassen. Henry und Emily arbeiteten perfekt zusammen, ihre dienstliche Chemie war unverkennbar.
„Denkst du, wir bekommen eine Gehaltserhöhung für nächtliche Verfolgungsjagden?“ fragte Emily, während sie über eine schmale Gasse sprang.
„Vielleicht sollten wir eine Geisterprämie fordern“, antwortete Henry keuchend.
Schließlich stellten sie Graves in einem verlassenen Lagerhaus. „Ende der Fahrt, Graves“, rief Henry.
Graves sah sich um und hob die Hände. „Na gut, Sie haben mich, Inspektor. Aber wissen Sie, es war ein guter Lauf.“
„Sie haben keine Ahnung“, sagte Emily und legte ihm keuchend die Handschellen an.
Mit Graves in Gewahrsam und den ägyptischen Schätzen sicher zurück im Museum, atmeten Henry und Emily erleichtert auf. Während sie durch die Hallen des Museums gingen, lächelte Henry Emily an.
„Ich muss sagen, Emily, ohne dich hätte ich diesen Fall nicht lösen können.“
„Ach, Henry, das weiß ich doch. Aber es war schön, das aus deinem Mund zu hören“, sagte Emily und zwinkerte.
Henry lachte. „Vielleicht sollten wir öfter Geister jagen.“
„Oder wir finden eine ruhigere Beschäftigung. Wie wäre es mit einem Drink?“
„Ich nehme dich beim Wort.“
Und so endete der Fall des ägyptischen Schattens mit einem Triumph für Scotland Yard und einem Date für Henry und Emily, bei dem die beide schnell feststellten, dass zwischen ihnen mehr als nur berufliche Partnerschaft möglich war und das Dank eines Geistes.
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