Adura Station
(in Arbeit!)

Prolog: Der Ruf aus dem Dunkel
Die Adura-Station erschien auf den ersten Blick wie ein funktionsloser Brocken Metall im schwarzen Vakuum – kalt, reglos, verlassen. Seit über zweihundert Jahren hatte niemand mehr auf sie geantwortet. Keine Signale, keine Lebenszeichen, nicht einmal die automatische Wartungsfrequenz, die jede Orbitalstation der Föderation alle 12 Stunden senden sollte. Natürlich nicht. Man hatte sie für verloren erklärt, archiviert, vergessen.
Bis heute.
Das Notsignal kam aus der Tiefe des Perseus-Arms, schwach, verzerrt, von Störfeldern zerfressen, aber zweifelsfrei von Adura. Fünf Worte, übermittelt im alten Code der Raumflotte:
„Wir leben. Kommt nicht her.“
Lieutenant Commander Rhea Kaelen starrte auf das flackernde Holo-Terminal in der Kommandozentrale der Valkyrie, dem Aufklärer der dritten Sternenflotte. Ihre Finger ruhten in der Luft, zitternd, als hätte sie ein Gespenst gesehen. Um sie herum herrschte gespannte Stille. Kein Crewmitglied sagte ein Wort, bis der Sicherheitschef Eban Murrow leise fragte:
„War das… echt?“
„Es ist ihre Kennung“, antwortete Rhea. „Adura-Station, Sektor 7-G, registriert als verloren seit 2233. Letztes Crewmanifest: 112 Personen.“
„Es gibt keine Möglichkeit, dass jemand dort noch lebt.“
„Und doch“, sagte sie, „haben wir eine Nachricht.“
Die Valkyrie war nicht für diplomatische Missionen gebaut worden, auch nicht für Rettungseinsätze. Sie war ein Kriegsschiff. Doch was sie jetzt ansteuerte, war etwas anderes. Eine Geisterstation, tief im verbotenen Raum. Ein Ort, an dem vor über zwei Jahrzehnten das größte wissenschaftliche Experiment der Menschheit stattfand – und katastrophal scheiterte.
Rhea stand langsam auf und ging zum Hauptbildschirm. Die Umrisse der Station erschienen, grob skizziert von alten Datenbanken: ringförmig, zwölf Kilometer Durchmesser, ausgelegt für autonome Forschung an Exo-Bewusstseinsfeldern, wie es im offiziellen Protokoll hieß. Inoffiziell: Kontaktzonen jenseits des bekannten Raumzeitkontinuums.
Was auch immer damals schiefgelaufen war, die Föderation hatte alle weiteren Versuche unterbunden, den Bereich abgesperrt und jede Erwähnung der Adura-Station zum Hochsicherheitsgeheimnis erklärt.
Rhea erinnerte sich an ein Gespräch mit ihrer Mutter, selbst einst Biophysikerin auf einem der frühen Schiffe der Forschungsflotte. „Adura war ein Schlüssel. Aber niemand wusste, was sie öffnen wollten.“
Jetzt öffnete sich etwas. Wieder.
Und Rhea wusste: Manche Türen sollte man nicht zweimal aufstoßen. Doch die Valkyrie hatte bereits Kurs gesetzt.
Adura wartete.
250 Jahre zuvor …
Kapitel 1: Der Abschied
Meiras lag im Grenzgebiet des Lethialischen Bundes[1] und war zu Zeiten des Friedens ein Hort des Wohlstandes und des Fortschritts. In unsicheren Zeiten wie diesen jedoch, konnte seine äußere galaktische Lage, ebensogut zu Krieg und Vernichtung führen. Der kleine Planet im System der Kaminsonne Asur,[2] mit seinem schier unerschöpflichen Vorrat an Salzfarn,[3] war ein beliebtes Angriffsziel der Zsi-Babaren.[4]
Cinti fluchte vor sich hin, während sie hastig und sichtbar erregt, durch den Hauptkorridor zum Kommandoraum schritt. Sie trug genau wie die übrige Besatzung der Peru, einfache, uniforme Raumkleidung: Einen leichten blauen Overall, enge Syntalfaserhosen und kurze Nigvanlederstiefel,[5] in einer schäbig grauen Farbe die ihr überaus mißfiel. Überhaupt empfand sie ihre Tracht als ihrem hohen Rang wenig angemessen.
Doch es gab ohnehin nicht viel auf diesem Sternenschiff, was dem Geschmack der verwöhnten Tochter des ersten Händlerprinzen von Meiras[6] entsprach.
Im Konvoi mit sechs weiteren Handelsschiffen die, die Gesellschaft ihres Vaters angemietet hatte, war die Peru auf dem Weg nach Adura,[7] einer der äußeren Raumstationen in der terrestrischen Föderation. So weit außen war Cinti noch nie gewesen.
Die Peru war als einziges der sechs Schiffe mit schwerer Bewaffnung ausgestattet und somit Flagschiff der Mission.
Auf den Hangars von Jolir VII,[8]einer großen Raumstation der T0-Klasse gebaut, war sie ursprünglich als Kronschiff für König Zaimon, den machthungrigen Despoten von Ulantis[9] konstruiert worden.
Doch als der Föderationsrat 19/056 das Handelsboykott über Ulantis verhängte, waren die Verantwortlichen der jolirischen Schiffbauergilde[10] froh, mit der Meiischen Farnbaugesellschaft einen guten Abnehmer gefunden zu haben, obwohl sie der Preisnachlass, den sie Aron Meii, Cintis Vater, gewähren mussten gewiss geschmerzt hatte.
Der Händlerprinz war entsprechend erfreut über die Bereicherung seiner Flotte mit diesem ausgezeichneten Raumkreuzer.
Die Peru war somit auch das einzige Schiff der Kolonne, daß dem Besitz der Gesellschaft zuzurechnen war und eigentlich kam sie für die Begleitung normaler Salzfarnlieferungen an die Station nicht zum Einsatz.
Ihre Anwesenheit im Konvoi war also bereits ein Anzeichen dafür sein, dass es mit diesem Transport etwas besonderes auf sich hatte.
[1]LETHIALISCHER BUND = Vereinigte menschliche Kolonien im „Äußeren Raum“, unter der Führung der „Erstsiedlung(STAMM)“ im System des Zentralgestirns LETHIA. Drei Planeten bilden diese Stamm-Kolonie: TUM, VEILON und CIS. Insgesamt gehören dem Bund jedoch 78 Planeten und Sateliten(sogenannte „Echtkörper“) an und außerdem 12 Raumstationen.
[2]ASUR = Zentralgestirn im „Äußeren Raum“, 7 Planeten: S’QL, MIS, PENTAN, TIS, ADURA, MEIRAS,
WAKUR-PEIH, davon letztere 4 besiedelt. 20 Sateliten, besiedelt 12. Eine Raumstation (METEOR V) und drei „Sprungpunkte“(M1-3). Bevölkerung: überw. Menschen; Staat: TI-Raumbereich 5 (Terrestrisches Imperium/Lethialischer Bund).
[3]SALZFARN = Staudenartige Buschpflanze, die erst seit dem 3. Jahrtausend kultiviert angepflanzt wird. Eine spezielle Spezies, die nur auf Planeten mit stark säurehaltiger Atmosphäre und stark metallhaltigen Böden vorkommt. (z.B. MEIRAS, VISZ, UQUEL, JALP u.a.) Die Pflanzen entziehen der aufgenommenen Säure den Wasserstoff und ersetzen ihn durch Metalle. Das Produkt dieses organischen Prozesses, sind feine Salzfrüchte. Durch Auspressung gewinnt man schließlich reinen Farnkristall oder sogenanntes Farnsalz.
[4]ZSI-BABAREN = Ursprünglich unzivilisierte menschliche Kolonie auf ZSI, einem kleinen Mond im Orbit des Planeten CÄSAR II, die mit Hilfe der G’nimbs, einer eigenwilligen Alienspezies zum Raumvolk aufstiegen und seitdem sich in keine Struktur fügen lassen.
[5]SYNTALFASER = Eine besonders wiederstansfähige Faser, die aus den Ausscheidungen der weiblichen falkurschen(FALKUR = Eisplanet im System DELVOR) Flug-Guine gewonnen wird.
NIGVANLEDER = Ein helles Leder, aus der Haut der Hornbüffel von OLPL(Steppenplanet im System PITES) gegerbt und besonders beliebt bei den Frempen von ASGLAR zur Herrstellung ihrer Flugsättel.
[6]MEIRAS = 5. Planet des ASUR-Systems. Menschliche Siedlung (40 %), „Interne Eigenrassen(INER): negativ; Staatsform: HandelsClantum(Feuderale Republik) in der 3. Periode; Wirtschaft: Monokultur(Salzfarn, Nebenprodukte)
[7]ADURA = Raumstation im Äußeren Raum, ASUR-System. Im Orbit des Planeten METEOR V. Raumklasse(RK) 9, ohne eigenen Antrieb, für eine Bevölkerung von max. 5 Millionen Lebewesen.
Imperiale Zone V mit höchstem Sicherheitsfaktor, aufgrund der äußeren Randlage des Systems, darum Heimhafen der IIX. Imperialen Raumflotte.
[8]JOLIR VII = Raumstation im „Inneren Raum“, GAYAR-System. Im Orbit des Planeten HASG. Raumklasse(RK) Mega T0, mit Antrieb 12 TAP. Status: gesperrt (mitteltechnischer Sicherheitsbereich/EPB); Imperiale Zone VII.
[9]ULANTIS = 2. Planet im PUTUR-System. Ein sogenannter „Großer V(Planet der höchsten Vegitationsklasse)“; Menschliche Kolonie (30 %); INER: pos./2 – Ulags(halbintelligente Amphiboiden) und die insektoiden Miniks die als Sklavenrasse dient ; Staat: Despot. Monarchie.
[10]SCHIFFBAUERGILDE = Vereinigung der zum Raumschiffbau legitimierten Konzerne(Eine offizielle Lizenzvergabe erfolgt durch das IA – R&T/Imperiales Amt für Raumverkehr & Technik mit Hauptsitz auf der Raumstation MITRAS II im SOL IV-System).
© Alle Texte und Ideen sind geistiges
Eigentum von Ludger Christian Albrecht (Luc A.)