Die Philosophie des Augenblicks

Ich schreibe also bin ich!

Liebe Bloggerinnen und Blogger,

Dieses ist der Leittext für die Themen die mich beschäftigen und den ich mit anderen Gedankentexten hier immer auch ergänzen werde.

Ich bin mir aber nicht sicher, ob es dabei mehr ein sachliches Protokoll meiner Wahrnehmung oder eine Sammlung emotionaler Geschichten werden wird.

Vielleicht beides und es handelt sich hier zum Teil sicher auch um einen Versuch, der persönlichen Gesellschaftskritik, mit aber keinerlei wissenschaftlichem Anspruch.

Also, es geht mir auch gewiss nicht darum zu sagen, die Menschen sind so, Frauen sind so, Männer sind so, aber leider zeigt sich die Welt, tragischerweise in unseren Klischees verhaftet, trotz aller positiven Diversität, (ist ja gerade modern) macht uns dieses „Andersein“ der Anderen auch immer Angst.

Dazu gehört auch, dass viele schweigen, über das, was sie wirklich denken und dann ändert sich eben nix!

Wollen wir das? Nein!

Also muss sich einer in die Nesseln setzen, die Nase blutig machen. Ich fang dann mal an :O)

Ich glaube aber nicht, dass es das alleine ist was mich hier dazu treibt, meine Gedanken „öffentlich“ aufzuschreiben, bestimmt hat es seinen Anteil, doch mehr noch leiten mich meine Gefühle, eben auch die Negativen, immer wieder hin zu einer Wiedergeburt des Positiven in mir. Ich will aus meinen Erfahrungen und Wahrnehmungen, also etwas lernen und dies weitergeben. Ich habe außerdem viel Empathie und Herz für andere Menschen. Trotzdem ich zum Teil, unter ihrem hier beschriebenen irrationalen Handeln leide, leide ich auch eben viel mit ihnen.

Wenn mich etwas umhaut, bildlich gesprochen, stehe ich auch wieder auf. Ich bin ein Stehaufmännchen, wie man so schön sagt. Doch ich bin eben auch einer, der nicht immer kalt über oder neben allem stehen kann (auch wenn das manchmal so zu wirken schein) und das ist auch gut so.

Ich glaube außerdem daran, dass man sich verändern kann, dass man an dem Erfahrenen wachsen kann. Stoße aber leider immer wieder auf Menschen, die offenbar so unveränderlich in ihren einmal festgefahrenen subjektiven Ansichten stecken und vor allem wirklich absolut nichts wirklich objektiv betrachten können. Also im Sinne von einer Abwägung, denn an jeder Sichtweise auf ein Problem gibt es doch immer Positives wie Negatives. Sie können oder wollen aber nur die eigene Sicht zulassen, haben etwas anderes nie gelernt oder vorgelebt bekommen.

Das irrtiert mich immer wieder aufs Neue!

Wie kann man solche Menschen dazu bringen, anders zu sein, objektiver? Das ist nur möglich, wenn sie zuhören wollen. Das ist bei allem immer die Voraussetzung.

Zu oft wird nämlich einfach nicht zugehört.

Und! Nur damit das klar ist. Ich erhebe nicht den Anspruch auf die alleinige Wahrheit, auch ich kann mich irren und Menschen sind im Einzelfall immer anders, als ich sie im ersten Moment wahrnehme.

Denn die  Welt ist natürlich nicht nur schwarz-weiß, sie ist bunt. Doch nur, wenn wir das in uns auch zulassen! Das tuen leider so wenige. Auch wenn sie sich oberflächlich anders geben oder in einer Art wunderbaren Naivität über sich selbst verharren.

Trotzdem sitze ich im Gedanken gerne an meinem Schreibtisch und meine Fantasie schaut durch das Fenster hinaus in eine anders erhoffte Realität, als die, welche mich ständig umgibt. Meine Fantasie läßt nicht ab, von dem Wunsch, dass vieles anders sein könnte, würden alle ein bisschen mehr mit offenen Augen durch die Welt laufen, nach Innen und Außen.

Warum ist das leider oft nicht so? Ich glaube, es geht vielen so, dass sie das, wie sie sich das Leben erträumen, nicht wirklich leben können. Aber es liegt nicht nur an den äußeren Umständen, sondern eben auch an uns selbst. An unserer Angst und dem fehlenden Mut zur Veränderung! Nur sich das einzugestehen, ist ungeheuer schwer.

Also, ist da immer die Diskrepanz, was umgibt und leitet mich und was möchte ich davon sehen?

Viel mehr ist in meinem Inneren zu sehen, als Außen oder? Bestimmt ist das bei jedem von uns so. Wir sind uns so ähnlich, aber doch so verschieden in dem was wir denken. Können wir überhaupt alle gleich denken?

Viele glauben, das Denken ist wie das Reden, eine Fähigkeit, die man schulen muss und das mag stimmen.

Aber trotzdem denken wir alle viel und auch wenn wir zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen, handeln wir oft ähnlich. Denn wir sind Herdentiere, wir nehmen wahr, was die anderen tun und lassen uns davon immer viel beeinflußen, wollen uns anpassen.
Wenn jemand aus der Reihe tanzt, fällt das auf und wir wollen das auf keinen Fall … auffallen!

Jedenfalls nicht negativ.

Unsere Psyche (Selbstbild) ist unser Ich.

Und nichts ist spannender als die Psyche der Menschen und nichts ergiebiger als ihre persönliche Geschichte und die Philosophie des Augenblicks, die immer wieder, eben in jedem Augenblick, daraus entsteht.

Heute glauben wir manchmal, wir seien weiter als früher, doch solche extremen Situationen wie Kriege, Seuchen usw. zeigen uns, wie wenig wir uns tatsächlich im Wesen verändert haben.

Angst ist der ewige und fast einzige Antrieb von allem.

Was könnte uns davon befreien? Nur die Unsterblichkeit!

Darum halten wir wohl immer noch an unseren Göttern fest, weil es das fast einzige unerreichte Ideal unserer Zeit ist und weil die Gottfrage, die Frage die immer hinter allem steht lautet, also im wesentlichen hinter unserem Ich: Warum?

Doch auch die Götter führten Kriege, weil sie natürlich nur Produkte unserer Vorstellung sind. Sie sind von uns erschaffene Ebenbilder, mit den gleichen Stärken und Schwächen. Also sind wir selbst immer ein bisschen göttlich und sie bleiben für uns janusköpfig (un)menschlich und damit fehlbar, wie wir selbst. Was wiederum unsere eigene Fehlbarkeit, immer rechtfertigt. Irgendwelche Götter zu haben ist also überlebenswichtig für uns.

Ich schaue darum aus dem Fenster und sehe die Welt auch mit den Augen der Götter, meiner in mir selbst erschaffenen Götter. Ich bin wahrlich ein Gott, denn ich erschaffe meine eigene Welt, vor meinem inneren Auge und genau das, tut jede und jeder von uns.

Darum ist auch eigentlich klar, dass ihr, jeder von Euch, in (s)einer eigenen, ganz anderen Welt lebt und vielleicht eben darum, das Miteinander so schwierig ist.

Aber, ich sehe dort auch das Ideal der Liebe mit göttlichem Körper und göttlicher Seele. Die ideale Schönheit. Aber begegnet bin ich ihr in Wirklichkeit noch nie. Denn die menschliche Schönheit im Inneren oder Äußeren ist nie vollkommen und auch unsere Seele (was das auch immer sein mag) bleibt auf Dauer immer mangelhaft. Auch wenn wir manchmal/zeitweise in uns und anderen, eine besondere Seele finden können oder sagen wir, wenigstens bilden wir uns das ein.

So unrecht haben die Religionen der Welt also gar nicht. Wir müssen an unserem Seelenheil immer arbeiten.

Darum ist es offenbar das, was uns treibt. Die Sehnsucht nach Vollkommenheit in allem.
Das ist es, was uns am Leben hält und uns immer kämpfen läßt mit allen uns umgebenden Umständen.

Das ICH in uns ist darum sehr stark, immer stärker als das WIR.

Daran scheitern so viele Zweisamkeiten/Gesellschaften ansich, scheitert die Liebe oft schon am Anspruch ansich und am Blickwinkel darauf. Viele nennen diesen Blickwinkel, den ander auf sie haben, eine Interpretation und lehnen es daher perse ab. Da macht ihr es Euch aber zu einfach.

Wenn ich in Deine Augen sehe, erkenne ich den Unterschied und ob gleich ich ein Mann bin der versteht, der sich anpassen und wandeln kann, ist das eigentliche Problem, dass Du das in Wahrheit, in Deiner Treue zu Deinen eigenen Prinzipien, garnicht willst. Du willst nur, was Du glaubst, wollen zu müssen und in Deiner Blindheit für den eigenen Willen hälst. Diesem Bild, dass Du selbst erschaffen hast, soll ich entsprechen. Nur dann liebst Du mich.

Doch darin sind viele, nicht allein, darin sind sich alle fast gleich. Und noch größer ist das Problem, weil sich die meisten, das nicht bewusst machen wollen.

Das macht uns lenkbar/beeinflußbar wie die Schafe, aber diese können sich dessen auch nicht bewußt werden. Eigentlich dachte ich aber, wir haben ihnen was voraus?
Wer sich aber bewußt wird, oder mindestens unterbewußt um diese Wahrheit weiß, leidet und nur aus diesem Gefühl, kann der Drang entstehen sich auch zu verändern, obwohl es den Wenigsten gelingt.

So geht es auch mir und doch macht mich dieses Leiden immerhin produktiv und ich will es offensiv überwinden oder zumindest objektiv zur Debatte frei geben, hier. Laßt also bitte Eure Subjektivität, die so oft alle Disskusionen erstickt, mal außen vor. (Ich weiß, ihr könnt das nie lange)

Denn es ist ein irrer Teufelskreis der Unvernunft der uns doch scheinbar so wahr erscheint. Das ist des Teufels Kunst. Der Teufel, der in uns steckt. Sein Name ist Unzufriedenheit/Neid/Angst. Auch dass haben die Religionen bereits erkannt.

Ich fasse dabei immerhin in Poesie, was mir der Blick in den eigenen Spiegel zeigt. Aber ich versuche eben auch selbstkritisch zu bleiben. Daran scheitert ihr leider so oft! Denn nichts tut mehr weh, als Selbstkritik. Schon klar.

Das ist nicht nur eine Behauptung. Meine vielen Begegnungen mit Menschen, insbesondere Frauen, in den letzten Jahren, haben es mir nahe gelegt, diese Form der Kritik zu wagen. Ich habe es nicht angestrebt, wie in einer Art Feldstudie und doch ist sie mir zugefallen und hat mich zunächst maßlos erstaunt, dann sehr betrübt. Doch eben auch motiviert, euch hier ein bisschen die Augen zu öffnen.

Warum machen die Menschen immer wieder die gleichen Fehler?

Viele Menschen (hauptsächlich Frauen) entscheiden sich oft viel zu schnell und für den falschen Partner, weil sie unbedingt die erträumte klassische Familie wollen. Sie lassen sich dabei blenden von den Kraftmeiern und Aufschneidern, den scheinbar Erfolgreichen und materiell Reichen oder hoffen darauf weniger intelligente Menschen lenken und formen zu können. Sie entscheiden sich also nach Äußeren Kriterien und Umständen auch heute noch, trotzdem sie, in der modernen Gesellschaft, inzwischen emanzipiert und gebildet genug sein sollten. Das Rollenbild läuft aber so seit Jahrtausenden.

Meist geht das dann eben auch schief und dann leiden sie Jahre lang in einer Beziehung die mindestens von psychischer, erstaunlich oft sogar auch in der heutigen Zeit ( was ich, aus einer sehr liberalen Familie stammend, nie erwartet hätte) noch von physischer Gewalt geprägt ist und wenn sie es schaffen, sich endlich zu trennen, halten sie doch noch zueinander oder ordnen sich weiter unter die Bedürfnisse des anderen unter. Frauen nehmen dabei die Last der Kinder fast alleine auf sich und gleichzeitig nutzen sie die wenige nun doch gewonnene Freiheit dazu, sich genauso einen Partener des gleichen Typus wieder zu suchen. HÄH!?

So oder in vielen sehr ähnlichen Varianten hab ich es vielfach und hauptsächlich von Frauen erzählt bekommen oder lese es auch in vielen Blogs. Das Klagen hinterher ist groß, aber sie lernen einfach nichts daraus. Dieser irrationale Teufelskreis in den sich gerade viele hochintelligente, moderne Frauen auch heutzutage noch begeben, ist offenbar nicht zu durchbrechen. Aber er ist irgendwie auch sinnbildlich für unsere Zeit, die Emanzipation ist zwar im Wortschatz präsent aber kaum im Handeln.
Das Prinzip, sich dem Mann zu unterwerfen, die passive Rolle zu spielen ist immer noch sexy!
Ebenso auch bei manchen Männern andersherum, auch der Mann tickt noch gerne nach den archaischen Vorbildern, aber auch weil er von konservativen Müttern so erzogen wurde und viele der Frauen laden ihn durch ihre Passivität auch immer noch dazu ein.
Sie wollen einen großen starken Kerl der Sie beschützt und wundern sich dann, dass er eben nicht selten, nicht nur groß, sondern auch dumm und brutal ist. Letzteres ist aber manchaml sogar auch noch gewollt. HÄH, HÄH!?

Ok, wir versuchen uns alle weiter zu entwickeln, stecken aber noch in so vielen Sinnkrisen aus denen wir uns scheinbar einfach nicht lösen können, aber entschuldigt das alles?

Warum ist das so? Ist es einfach menschlich oder biologisch? Müssen das Männliche und das Weibliche so miteinander agieren um das Gleichgewicht zu halten?

Natürlich wünschen wir uns auch ein bisschen immer noch diese (anerzogenen/ elterlichen Vorbilder) Rollen (= der Starke zu sein, der Beschützte und schwach sein zu dürfen und die Behütete), denn sie haben viele praktische Seiten, wenn man mit „Achtsamkeit“ lebt.
Das Rollenspiel auch im Körperlichen ist etwas, was schöner nicht sein könnte,
doch selten bleibt es im Alltag eben ein Spiel!

Und das Problem ist, wenn es doch mal als Spiel beginnt, wenn man sich versucht zu lösen von diesen Rollen, verfällt man ganz oft in neue und im Hintergrund wirken dabei zugleich die alten Gesellschaftsbilder weiter, als Druck der Masse.

Es gibt natürlich inzwischen auch Frauen, die für sich die Freiheit so definieren wie ein Mann, die selbst entscheiden wollen welche Partner sie wählen, auch mehrere gleichzeitig und sie häufig wechseln, (auch solche habe ich persönlich kennengelernt) geraten nicht selten in einen inneren Konflikt und verlernen wie viele Männer es sowieso nicht können, den „einen“ zu lieben.
Gleichzeitig wächst ihre Sehnsucht nach dieser Liebe, aber nun können sie nicht mehr über den Schatten der Freiheit springen, die sie gleichzeitig glauben verteidigen zu müssen. Sie töten in sich die Fähigkeit sich auf ein tieferes Gefühl einzulassen. Manchmal auch gut nachvollziehbar, aus vergangenen Enttäuschungen. Das Herz ist dann offen für alle und verstummt zugleich für den einzelnen. Und wieder sind sie blind dafür. Trotzdem sie leiden und den Liebenden dem sie vielleicht doch begegnen, leiden sehen, können sie oft nicht zurück, aus diesem selbst gewählten Gefängnis, in dem sie sich paradoxerweise immer auf der Flucht befinden, vor den eigenen Gefühlen.
Sie versuchen es immer aufs Neue, aber lernen trotzdem nichts aus dem Scheitern der Beziehungen. Beim Nächsten, oft ohne die absurde Tragik dabei selbst zu bemerken, können sie auch wieder keine Liebe zulassen.

Ein Beispiel dafür, das ich leider selbst erleben durfte als Liebender, skizzierte mir die Bandbreite der menschlichen, in diesem Fall aber besonders der weiblichen Tragik, die sich so in leider noch sehr vielen weiteren Begegnungen offenbart hat. Ich erwähne dies, nicht um mit dem Finger darauf zu zeigen, sondern mit dem traurigen Herzen.

Natürlich sind es nur einzelne Beispiele, aber mein Verdacht dass diese repräsentativ sein könnten, wurde durch Beiträge in vielen Blogs, von Frauen, die Polygamie für ihren Lebensweg halten, immer wieder bestätigt und ist doch erstaunlich genug, um es einfach mal ganz „neutral“ aufzuschreiben.

Inzwischen lese ich diesen Wahn oder ähnlich krasse Irrtümer, in denen viele Frauen sich selbst verstricken, schon in den ersten Zeilen eines jeden Kontaktes heraus. Eine Tragik die offensichtlich Legion im Miteinander von Mann und Frau ist. Das Festhalten an Traditionen, Konditionierungen im Wechselspiel mit Freiheitsfantasien, treibt und zerreisst vor allem die Frauen von heute und erst im hohen fast nicht mehr sexuell aktiven Alter, finden einige zu der Gelassenheit die für ein anderes Handeln notwendig wäre. Sie sind aber natürlich nicht nur selbst schuld, das Problem ist die Biologie, die sie und uns im allgemeinen regiert und da hat der Mann, der nicht gebären muss, einfach immer einen Startvorteil hin zur Gelassenheit. Dafür darf er aber diese gegen seine Testosteron verteidigen was auch nicht immer leicht ist und zugegeben vielen eben auch nicht gelingt.

Ein besseres Miteinander wäre aber möglich und dafür braucht es,  einen selbstkritischeren Blick bei jedem. Nicht im Sinne von, an-sich-selbst-leiden, nicht in dem man es vergessen will und sich dagegen in Extremen übt, wie es auch zuhauf in vielen Dating Profilen zu finden ist und dann eben auch vorkommt:  Ich bin gut in Tanzen, Klettern, Radfahren, Yoga, Bergsteigen, Schwimmen oder Tantra, Kuschelkurse, Bondage oder sogar in sexuell noch bizarreren Praktiken. Das darf alles sein (auch die „normalen“ Dinge die man dann aber extrem betreibt), ist aber keine Lösung sondern nur Ablenkung!

Immer wird versucht, sich abzulenken, von dem was uns wirklich weiter entwickeln würde. Das miteinander reden, das festhalten, sich Nähe geben.
Auch Vielfalt ist schön, aber sie darf im Alltag und im Körperlichen nicht übertrieben werden, sonst wird sie eben zu beliebig!
Der andere muss sich wertgeschätzt vorkommen. Er möchte nicht nur einer von vielen sein. Wenn man das verlernt hat, hat die Freiheit einen zu hohen Preis.

Wenn man nur in die Köpfe schauen könnte.

Aber auch wenn wir das nicht wirklich können, hab ich manchmal den Eindruck ich kann es doch zumindest ein bisschen mehr als andere, weil ich mir dessen bewusster bin.
Früher nicht wirklich, inzwischen aber glaube ich an das Übersinnliche in einem gewissen Maße. Ich erahne oft was geschieht. Ich kann in Worten, Gesten und Augen lesen. Ich weiß daher oft früher was gut wäre für euch, als ihr selbst, auch wenn das jetzt überheblich und anmaßend klingt. Die Realität hat leider sehr oft gezeigt, dass ich Recht hatte.

Aber ich will das eigentlich nicht und es ist auch eine sehr schmerzliche Erfahrung, wenn man trotzdem nichts im Handeln des Anderen, eines geliebten Menschen, verändern kann. Denn noch mehr, als wir oft immun gegen die Selbstkritik sind, sind wir es gegen Kritik von außen, ist sie auch noch so berechtigt. Das führt nicht selten zu noch irrationaleren Abwehrreaktionen und treibt uns nur noch mehr in unsinniges Handeln oder lässt uns halsstarrisch, an längst widerlegten Prinzipien festhalten. Denn zuzugeben, dass wir uns geirrt haben könnten, ist den wenigsten möglich. Sie halten es für Schwäche oder noch schlimmer, fürchten dass Andere sie für schwach halten.

Das ist eine weitere fatale Erkenntnis.
Warum belügen wir uns lieber selbst, als uns die Wahrheit einzugestehen?
Klar, weil sie weh tut!

Natürlich könnt ihr zurecht fragen, ob ich das nicht auch tue, denn jeder möchte natürlich für sich in Anspruch nehmen, die Wahrheit zu kennen. Doch glaubt mir, ich beobachte die Menschen und sehe wie sie reagieren, wenn man sich noch unbekannt ist. Da sieht man, wenn man aufmerksam hinschaut, schnell wie anders aber auch ähnlich sie im Vergleich zu einem selbst sind. Ich nehme nichts übel oder unterstelle gleich etwas, ich vergleiche nicht sofort, sondern öffne mich dem neuen Menschen total. Aber das können die wenigsten. Sie legen immer gleich ihre Schablonen auf, also die eigene, oft so weit von der Wirklichkeit entfernte Wahrheit.

Warum ist das so? Wieder aus Angst? Weil sie sich, was eigentlich jetzt widersprüchlich klingt, zu sehr beeinflußen lassen vom anonymen Anderen, von der Öffentlichkeit, den Medien, den Vorstellungen, die ihnen als die eigenen vorgegaukelt werden. So gebildete Menschen, oft mehr wie ich, sind im Miteinander seltsamerweise, so leichtgläubig, dumm, naiv oder einfach nur schwach. Da entlarvt sich unser Bildungswesen als reine Auswendiglernmachinerie. Es bildet und stärkt nicht den Charakter!

Trotzdem oder gerade darum erlebt man immer wieder positive Überraschungen (Ausnahmen bestätigen die Regel), aber leider noch mehr Enttäuschungen. Denn besonders wer, wie ich offen ist/schreibt, macht sich natürlich angreifbar, gerade auch das Herz. Vielleicht schließen darum viele es zunächst in einen Panzer ein. Sie können die Nähe nicht ertragen, obwohl sie sie zugleich herbeisehnen. Sie können sie auch nicht mit Leichtigkeit geben, sie können nicht grundsätzlich erstmal jeden lieben. Ich glaube Frauen, ob aus Prägung oder Biologie, mal dahin gestellt, können das noch weniger als Männer. Diese sind grundsätzlich in der Lage alle Frauen die einfach nett zu ihnen sind, schon zu lieben, nur weil das Weibliche sie so anzieht. Frauen wählen dagegen immer aus und allzu oft nur nach Status des Mannes und eben nicht nach Charakter, auch wenn sie das oft vorgeben und das Wort Liebe so gerne dabei auf den Lippen führen. Es ist leider nicht die Realität.

Daher auch, ist das Begegnen fast immer sehr oberflächlich und auch wenn es offen und schön erscheint, täuscht das über die wahre Tiefe hinweg. Männer insgesamt und auch ich, täusche mich dann besonders gerne, wenn ich naiv erwarte, Frau ist grundsätzlich genauso ehrlich und offen im Gefühl und in der Sehnsucht nach Liebe, unabhängig von meinem Status, wie ich. Das sind Frauen in der Regel eben nicht, sie haben eine Handbremse in sich, sie planen die Partnerschaft mehr. Männer sind da im allgemeinen viel chaotischer und leichtsinniger. Natürlich gibt es auch hier Ausnahmen auf beiden Seiten.

Ich habe aber schon viele und sehr unterschiedliche Frauen kennengelernt und ich glaube, sie können sich auch einfach besser verstellen als Männer, mussten es über jahrhundertelange Sozialisation lernen. Es ist also kein Vorwurf, ich versteh das als Überlebensstrategie des körperlich schwächeren Geschlechtes, sehr gut. Nur machen sich viele Männer dessen nicht bewußt.

Die Zeiten ändern sich aber doch ein bisschen und so gibt es heute viele junge Frauen, die mit jedem Mann schnell auf offenen Freundschaft gehen, dabei auch körperlich werden (berühren), somit aber Missverständnisse bei dem im Grunde noch archaisch fühlenden Mann erzeugen, ohne es zu wollen/merken. Ihnen ist einfach nicht bewusst, wie sehr das Universum des Mannes sich um die Gunst einer Frau dreht. Nicht nur um Sex, sondern einfach darum wieder jemanden zu finden, der ihn so liebt, wie im Idealfall, die eigene Mutter.

Die andere Seite ist, dass Männer das oft falsch wahrnehmen wollen, sie möchten immer etwas von einer attraktiven Frau und wenn sich diese ihnen gegenüber offen, lustig, freundlich, attraktiv oder sogar körperlich nah gibt, hoffen sie natürlich, dass sie auch mehr bekommen können, egal wie unattraktiv (alt/hässlich) sie selbst körperlich sind. Sie wollen keine Freundschaft, diese können sie immer echter und vor allem unkomplizierter, mit anderen Männern haben. Das wird von vielen (modernen) Frauen leider gewaltig falsch eingeschätzt.

Na gut, die menschlichen Beziehungen sind einfach nicht leicht. Aber es müsste nicht so sein, ich wiederhole mich.

Nur, können wir das wirklich ändern, beginnt es nicht schon, sobald wir die Welt erblicken?

Meine Eltern sind tot und diese Beziehung ist auch ein Kapitel, das sicher in jedem Leben schon kompliziert genug ist, ebenso zu Geschwistern.
Mit ihnen sind so viele Erfahrungen, Erinnerungen verbunden und auch Emotionen und Prägungen, die ich in mir stecken. Ich möchte auch manches dabei Unverarbeitetes noch verstehen lernen, bevor es im Dunkel meiner Seele verschwunden ist und ich tue es mit jedem Atemzug.

Gerade zeigt uns die aktuelle Weltkrise (Pandemie, Umwelt, Krieg) ja, wie schnell der Mensch mit all seinen Erinnerungen ausgelöscht sein kann.

Natürlich verarbeite ich vieles immer in meinen Gedichten, das ist mein Erbe. Mein persönliches Gefühl und auch meine subjektive Weltsicht.

Sie gerät gerade ein wenig ins Wanken. Warum?
Nun, weil ich sie wie bei jeder Thematik immer hinterfrag. Schön dumm, was …?

Auch mein Vater hat sich in seiner Zeit und eben gerade im Weltkrieg ganz bestimmt, mindestens aber im Nachklang, die Sinnfrage gestellt. (s. den Text: Der große Wahnsinn auf diesem Blog) das zumindest habe ich von ihm geerbt und sicher auch so manches Andere.

Bestimmt hat auch er sich manchmal selbst belogen, das ist menschlich, aber wenn man dann doch irgendwann zur Erkenntnis kommt, das es so war, dann ist viel gewonnen. Nicht alles, denn manche Fehler sind fatal und nicht mehr gut zu machen. Auch wenn man in Notwehr gehandelt hat oder auf Befehl.

Oft ist die Entscheidung zum Gehorsam, geboren in Unkenntnis und Notlage, ein Augenblick des Lebens, der vielleicht doch auch andere Lösungen in sich barg. Nur nachher weiß man es immer besser. Wenn es ein Nachher gibt.

So oft lese ich, das auch von anderen, dass sie das einfordern, Selbstkritik und Hinterfragen, Achtsamkeit, dass sie offenbar glauben es selbst zu können, aber andere nicht und das da der Selbstbetrug anfängt.

Denn ihr Tuen widerspricht dann fast immer genau diesen Grundsätzen. Sind es also nur Schlagworte, die sie aussprechen, nachreden aber nicht leben? Offenbar …

Ich kann das sogar rational verstehen, lerne es in dieser Zeit und mit meinen Erfahrungen der letzten Jahre auch so langsam, dass es das Recht der modernen Frauen ist, Teil ihrer Emanzipation, Teil ihrer neuen Rolle in einer freien Gesellschaft, wie früher nur wir Männer, wie ich selbst auch, die Vielfalt der Liebe zu genießen. Das kann ich auch akzeptieren, wenn es mit Offenheit daher geht. Wenn sie gleich sagt, sie will sich ablenken, sie will sich noch finden und vielen die Chance geben ihr gut zu tun. Dann ist es fair und ich kann diese Offenheit akzeptieren oder nicht und dann frei entscheiden um mehr mit ihr kämpfen oder loslassen.

Was man nicht ändern kann, wo die Liebe eben hin fällt.

Ja, die Psyche der Menschen ist ein ewiges Thema, ich glaube, das kann ich nicht oft genug betonen. Nicht nur, weil ich selbst hier einiges Gespür entwickelt zu haben glaube, auch meine Erfahrung in Beziehungen mit drei Psychologinnen in Folge, hat mir davon sehr viel offenbart. (Erleben wird immer mehr schulen, als nur theoretische Studien und auch ein Doktortitel schützt vor Dummheit nicht)

Die erstaunlichste Erkenntnis dabei war, dass einerseits sich offenbar gerade Menschen zu diesem Beruf hingezogen fühlen, die selbst, meist in der Kindheit oder auch später (jedefalls in einem prägenden Abschnitt des eigenen Lebens) traumatische Erfahrungen hatten (Vergewaltigung, Verlust der Eltern, Gewalt, Heimatverlust, Heim, Adoption usw.). Als ob dies eine Schlüsselkompetenz für diesen Beruf darstellen würde und nichts desto trotz, waren sie aber alle, wenn auch Talent und Fähigkeiten für gute Berufseignung da war, zum Therapieren ihrer Klienten, nicht in der Lage, ihre eigenen psychischen Probleme zu durchschauen und ihre Beziehungsunfähigkeit, die sich daraus ergab, selbst zu therapieren, die meisten nicht mal zu erkennen.

Aber diese Verhaltensmuster sind grundsätzlich unabhängig vom Beruf zu beobachten. Was sie aber alle gemein haben, ist dass sie verzweifelt versuchen eine starke, moderne, unabhängige, erfolgreiche Frau zu sein (was ihre Kräfte fast aufzehrt) und offenbar gerade darum insgeheim sich doch nach den klasseischen Rollen sehnen, sich in die Arme eines starken Mannes fallen zu lassen, manchmal auch viele Kinder zu haben (sich mit diesen abzulenken) und dieser Zwiespalt treibt sie zu umso irrationalerem Handeln.

Von Minderwertigkeitskomplexen bis hin zu selbstzerstörerischer Unvernunft und der latent vorzufindenen Tendenz, alle Fehler bei der Auswahl des nächsten Mannes, wieder zu machen.
Vielleicht mag es die gleiche Bandbreite bei Männern geben, nur gehe ich mit ihnen nicht in den gleichen Diskurs.
Liegt es an ihnen oder nur an meiner subjektiven Wahrnehmung? Ich denke beides als einzige Ursache anzunehmen, wäre sehr anmaßend.
Nein, es liegt grundlegend an unserer Gesellschaft und darum natürlich zu gleichem Prozentsatz an den Männern, wie an den Frauen.

Ein gordischer Knoten, der im Einzelkontakt, wie im Gesamten sehr schwer zu durchschlagen ist.

Ich erlebe es auch im Alltag in vielen Kleinigkeiten ob privat oder im Beruf. Es sind keine Einzelfälle, sondern im Kern läuft es bei ganz vielen immer im gleichen Teufelskreis (und das ist das besonders fatale, viele fühlen sich dabei durchaus wohl in der ständigen Opferrolle) und das tut mir letztendlich, unendlich leid und ich frage mich ratlos, warum können sie das einfach nicht selbst durchschauen und verändern?

Eine zentrale Frage im Leben jeder Frau ist natürlich das Kinderkriegen. Die aller meisten wünschen sich eigene Kinder. Das und natürlich die Suche nach  „wahrer“ Liebe treibt sie oft früh dahin sich für einen Mann zu entscheiden (s.o.), nur um einen Vater für ihr Kinder zu haben (hier macht die Status-Auswahl natürlich Sinn, aber eben nicht glücklich!). Männer freuen sich auch über ein eigenes Kind, aber sie wären oft auch ohne glücklich, nur mit einer sie liebenden Frau. Sie sehen meist viel rationaler welche Einschränkungen und Mühen ein Kind auch mit sich bringt. Frauen geht das, so mein Eindruck, erst wirklich auf, wenn diese Mühen dann da sind. Auch wenn man es hier etwas besser verstehen kann. Kinder sind etwas Wunderbares, ich liebe meine eigenen beiden sehr, dass mich hier keiner falsch versteht.

Damit wären wir bei einem anderen Thema, das mit allem verwoben ist und wo die menschliche Psyche mir ebenfalls viele Rätsel aufgibt.

Das Thema Kindheit oder wie es so schön heißt:

Verwandte sucht man sich nicht aus! Und das fängt bei den Eltern und Geschwistern an.

Erstaunlicher Weise stimmen viele solcher althergebrachten Sprichwörter.

Also stimmen auch alle Klischees? Damit sind wir wieder am Anfang angekommen.

Warum ist das so? Warum macht uns Erfahrung nicht klug oder sogar weise?
Dem möchte ich in einem anderen Beitrag auf diesem Blog Die Weisheit der Zeit auf den Grund gehen.

Ich hatte eigentlich eine glückliche Kindheit und doch gab es einige Zeiten, mit denen ich und während dessen ich durchaus unglücklich war oder dies zumindest damals so empfunden habe. Manche hängen mir bis heute nach.

Es ist also leicht sich vorzustellen, das dass Leben/der Charakter mancher Menschen schon in der Kindheit nachhaltig geprägt werden, im Guten, wie im Schlechten.

Aber ist das unumkehrbar oder kann man das verhindern (bei den eigenen Kindern?) Kann man, können wir uns wirklich ändern, an unseren Erfahrungen wachsen?

Ich glaube fest daran! Aber es gelingt eben nicht immer und jedem.

Für jetzt danke für Eure Aufmerksamkeit und ich bin offen für andere Meinungen und Kritik. Auch meine Sicht der Dinge wird immer Veränderungen unterworfen sein. Daher bleibt dieser Text temporär und lebendig. Nehmt also bitte nicht alles persönlich oder zu ernst. Ich bin ja eigentlich eben nur ein Poet ;O)

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Eigentum von Ludger Christian Albrecht (Luc A.)

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