Die „wahre“ Liebe

Nachdem immer wieder meine Versuche, die wahre LIEBE zu finden, gescheitert sind. Zumindest ein Teil von mir, möchte das ja immer, will ich es mal wagen dieses große Thema anzugehen.

Natürlich hab ich es in den anderen Texten wo es um Liebe finden, Beziehung, Sex, Psychologie geht auch schon gestreift, ganz klar und nicht zu letzt in meinen Gedichten beschrieben.

Aber hier geht es mir um die eine, einzigartige Liebe, die es doch angeblich geben soll.

Wie immer erhebe ich keinen Anspruch auf die endgültige Wahrheit und ist meine Beleuchtung des Themas natürlich subjektiv und nie abgeschlossen, also kann sich hier dynamisch verändern.

Trotzdem und das kennt ihr ja von mir, versuche ich mal eine objektive, neutrale Analyse des Istzustandes hinzubekommen.

Vorweg eine gewagte These:

Frauen lieben und Männer werden geliebt.

Das hat irgendein weiser Mann mal gesagt und ich glaube, da ist was dran.

Was genau sagt uns diese These?

Sie bestätigt mir was zumindest ich immer wieder live auch erlebe. Natürlich, dies wieder vorweg, verhalten sich nie alle Frauen und Männer so und vieles nimmt man nur in der Tendenz so wahr. Aber insgesamt ist es tatsächlich festzustellen und wohl von der Biologie auch so vorgegeben, das Frauen sich eher verlieben und dieses Gefühl bei ihnen so stark sein kann, dass sie auch Männer lieben, die (von außen gesehen) eigentlich nicht sonderlich attraktiv oder nett sind. Die Liebe ist der anziehende Honig und die Blindheit, der die Fortpflanzung garantiert.

Andersherum ist das keineswegs so ausgeprägt. Auch wenn wir Männer das gut vorspielen können.

Aber natürlich müssen wir da zuerst betrachten, was wir eigentlich als Liebe definieren?

Denn nur davon hängt ja auch unsere Bewertung ab, ob wir jetzt gerade lieben oder ob es etwas anderes ist, vielleicht weniger besonders? Denn das ist ja dann oft die Ursache des Unglücklichseins. Wenn wir da nicht einem Panthom nachjagen?

Wie wir was interpretieren, bewerten und was wir für echt und richtig halten, bestimmt aber leider nur zum Teil unser reines Gefühl. Denn viele können das ja garnicht zulassen. Sondern unsere Erziehung, Prägung, Umfeld, Bildung, die Gesellschaft in der wir leben.

Also halten wir das für Liebe, was wir dafür halten sollen? Ich sag mal lapidar, so schaut’s aus.

Aber, weil wir das oft nicht merken, erscheint uns das echt. Bleiben wir im selben Erfahrungshorizont, sehen Beispiele unserer Mitmenschen die diese Wahrnehmung zu bestätigen scheinen, stellen wir das auch selten in Frage.

Aber trotzdem spüren viele Menschen, das etwas fehlt und bleiben daher auf der Suche.

Leider hält Mann/Frau nur oft zu lange daran fest, was sein sollte und traut sich keine anderen Wege zu gehen.

Nur, vielleicht fehlt ja garnichts, vielleicht ist die Liebe eben für jeden etwas anderes und das wäre auch ok, wenn wir denn glücklich wären damit.

Manche sind es auch, zumindest eine Zeit lang. Nur ist das wie mit vielen anderen Dingen auch, was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß. Also sind wir mit dem zufrieden was wir haben. Aber sind wir das wirklich?

Inzwischen wissen eben immer mehr Menschen, Mann wie Frau, dass die Liebe sehr viel mehr ausmacht, wie nur das Miteinander in einer von der Gesellschaft definierten Form.

Außerdem gibt es da das besondere Gefühl, was einen erfassen kann, außerhalb aller erlernten und wahrgenommen Modelle. Eine Anziehungskraft, eine körperliche Kompatibilität die einfach größer ist, als mit anderen Menschen, die ansonsten fremd sind. Vergleichbar mit der Nähe zu den Eltern oder eigenen Kindern.

Das hab ich durchaus schon öfter erlebt und ist sicher eine wichtige Grundbasis für Liebe, trotzdem scheint es noch mehr zu geben? Das ist die Frage. Solche besondere körperliche/seelische Anziehung ist nicht einmalig, sie kann in Nuancen sich unterscheiden, aber man kann sie mit mehr als einem Menschen empfinden. Zumindest geht es bei mir bisher nie darüber hinaus, während es bei den Frauen fast immer so ist, dass sie sich verlieben in mich. Sie empfinden da also offenbar noch was anderes, stärkeres, als wir Männer oder reden sie sich das nur ein. Ist da der Wunsch die Ur-Mutter des Gefühls?

Klar, kann ich eine Frau auch zusätzlich zum körperlichen als sehr angenehm empfinden und auch ihre äußere Schönheit steigert sich meist, einfach schon mit mehr Nähe. (Die Wahrnehmung verändert sich zum Positiven) Aber trotzdem konnte ich bisher, über besondere Momente hinaus, nie umfassend sagen, diese Frau liebe ich, einzigartig und wie keine zuvor. (zumindest nicht über das erste Verliebtsein/max. 2-3 Jahre, hinaus) Seit ehrlich! Auch wenn man Kinder miteinander hat.

Lebt man länger zusammen, kann man den Charakter, Eigenheiten und besondere Eigenschaften lieben lernen, aber ebenso kann das Gegenteil passieren. Menschen die lange zusammen sind, verbindet daher oft eine seltsame Hassliebe. Trennen sie sich, sind beide eher erlöst von einer Selbsttäuschung. Nur ist die eben manchmal besser als Niemanden zu haben.

Ist die „wahre Liebe“ also insgesamt nur eine Illusion, können nur Frauen sie empfinden oder hab ich sie nur noch nie erlebt?

Doch zurück zur allgemeinen Definition der wahren Liebe.

Kein Wunder, das es für die wahre Liebe, keine allgemeingültige Definition gibt. Die meisten, haben sie nie kennengelernt, als eine dauerhafte körperliche und seelische Symbiose. Wobei ich das bewusst gleichberechtigt betone.

Nun gibt es natürlich immer wieder Menschen, die mir erzählen, das es in ihrem Freundeskreis solche Paare gäbe, die sich offenbar schon sehr lange so wunderbar zugetan sind, dass das Liebe sein müsse. Ehrlich gesagt, ich persönlich kenne kein solches Paar, wenn es auch manchmal im ersten Eindruck so aussah (auch das selten, ich hab einen guten Blick für unterdrückte Konflikte und Schauspielerei), stellt sich doch im besseren Kennenlernen fast immer heraus, das ein Partner zurücksteckt in seinen Bedürfnissen oder den anderen, bzw. das gemeinsame Leben dominiert. Erschreckenderweise, ich hatte es bereits in einem anderen Text erwähnt, kommt es auch heutzutage garnicht selten noch vor, dass es auch noch zu körperlichen Übergriffen kommt.

Das äußere Bild, eine Frau die ich kurz kennengelernt habe (3 Kinder, Trennungsgrund war dass er sie geschlagen hatte), brachte es auf den Punkt. Wir waren das Traumpaar stimmt leider nur ganz selten mit der Beziehungsrealität überein, die die meisten Männer wie Frauen überfordert. Und so klassisch wie sie miteinander dann doch noch leben (Rollenverteilung) so wenig fortschrittlich sind sie oft auch in der Konfliktbewältigung. Auch meine Ehe sieht für viele von außen wie eine gelungene Partnerschaft aus. Ist sie auch, aber eben nur zum größten Teil. Was natürlich viel mehr ist, als die meisten zu haben scheinen. Jedenfalls wenn man dem Chor der Klagen über den Ex glauben kann, den ich regelmäßig zu hören bekomme. Aber als Traumpaar würde ich uns trotzdem nie bezeichnen, aus vielen, persönlichen Apekten, die hier nicht hingehören, vermutlich abe jeder kennt. Niemand ist perfekt!

Also, hat unsere Gesellschaft auch keine Traumpaare!

Jedenfalls nicht auf Dauer und aus der ehrlichen Innensicht betrachtet. Außer man ist mit weniger zufrieden. Nur ist das nicht oft nur die Müdigkeit um mehr zu kämpfen und dass man lieber den Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach hat? Unsere Sprichwörter sind auch hier wieder wahr … :O)

Vielleicht sollte man sich dann auch zufrieden geben, wenn es entweder mehr ohnehin nicht gibt oder das nur einer weiblichen Wahrnehmung/Wunschvorstellung entspricht: Der Traummann ist der, der sich entscheidet mit ihr zusammen zu bleiben und sie ein Leben lang zu versorgen. Was dann alle Männer erfüllen könnten und viele das auch tun. (nur um regelmäßig Sex zu haben/die eigentliche männliche Motivation)

Ich könnte also, wenn ich diese Wahrnehmung von Frauen bekomme, auch als Mann zufrieden sein, oder? Ich war es auch lange, aber es ist wie damit, wenn man noch nie Zucker probiert hat und nicht weiß, wie süß der Kuchen schmecken kann. Aber sobald man ihn probiert hat …Wow!

Also, da habe ich den letzten Jahren auch schon viele kleine Wows erleben dürfen, das hat mein Leben auch sehr bereichert. Aber trotzdem war ich bis jetzt noch nie so verliebt, dass ich mich nicht auch wieder trennen konnte, das ein Gewöhnungseffekt eingesetzt hat, das es beinah langweilig wurde. Ein solches Gefühl, sofern ich mich noch daran erinnern kann, hatte ich höchstens bei meiner allerersten Liebe und dann gab es ein paar mal zufällige Begegnungen mit Frauen, die tatsächlich so eine starke Gefühlswelle auslösten, aus dem Nichts. Was mir den Glauben läßt, solche Menschen gibt es für mich. Nur konnte ich noch keinen von ihnen festhalten. Das was ich besonders bei ihnen suche und eben noch nie gefunden habe, ist dass nicht alles immer von meiner Initiative abhängt, sondern sie die eine ist, die Ideen und Bewegung in mein Leben bringt, weil sie das gleiche empfindet für mich.

Eventuell kann man das auch doch mit seinem Willen beeinflußen (sich nicht einlassen wollen) oder wird es durch zu viel Erfahrung ( vielleicht gibt’s ja noch mehr) nicht mehr als einmalig wahrgenommen? Bei einer Freundin konnte ich beobachten, wie sie in jede neue Beziehung mit einer dicken Handbremse rein ging: sich nur nicht verlieben zu wollen Denn, das würde ja bedeuten seine Freiheit aufzugeben. Vielleicht tritt bei mir so ein Effekt auch schon langsam ein.

Es gibt aber auch noch eine andere Theorie, nämlich, dass man erst dann weiß, ob man jemanden liebt, es erst dann spürt, wenn man ihn verloren hat. Auch da ist durchaus etwas dran, das habe ich schon öfter erlebt, bzw. kommt ja sehr häufig vor, dass sogar Frauen aus Frauenhäusern wieder zu ihrem prügelnden Mann zurückgehen, weil sie ihn trotz allem nicht verlassen können. (Denn Gewalt = Stärke = männlich = akttraktiv) HÄH!

Natürlich kann man auch hier sagen und das fällt bestimmt allen Feministinnen leicht, da ist eine so starke Abhängigkeit und Fixiertheit aufeinander entstanden oder es ist einfach die Angst vor dem selbständigen Leben, bzw. dem Alleinsein. Aber ist das dann nicht in abgeschwächter Form, bei festen Beziehungen, eigentlich immer so?

Wann lieben Menschen, wann sind sie glücklich und kann beides dauerhaft und mit einem Partner sein, diese Frage wird man wohl nie endgültig beantworten können.

Aber ich bin ja nicht der einzige, der sich diese Fragen stellt. Hierzu kann ich viele Bücher empfehlen, z.B. gerne Francois Llord, der in all seinen Büchern auf geniale und unterhaltsame Weise nach dem Glück (des Einzelnen und der Gesellschaft) sucht. (s.a. meine Leseempfehlungen auf diesem Blog)

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