Alter und Frieden …

Das Alter kommt, wenn wir nicht vorher Schluß machen. Den Frieden finden wir trotzdem selten.

Wenn wir Tod sind nicht und auch kaum im Leben. Zumindest nehme ich das niemandem ab, so gehetzt und ICH zentriert die meisten durch das Leben taumeln.

Klar, irgendwie gelingt es offenbar einigen (zu)frieden zu sein, wenigsten eine Zeit lang.

Ich altere eindeutig und doch auch wieder nicht. In mir drin bin ich der Junge, der ich immer war.

Keine Ahnung ob das allen gelingt, aber vermutlich liegt es daran, dass ich nichts wirklich Dramatisches erlebt habe, was mein Leben völlig aus der Bahn geworfen hätte. Woran ich mehr reifen konnte oder zerbrechen oder vorzeitig altern.

Naja, es gab schon so Situationen, die andere vielleicht aus der Bahn geworfen hätten (Scheitern der Schule), aber mich nicht. Irgendeine Stärke war schon immer in mir, Dinge auszuhalten, sie durchzustehen, neu zu beginnen und vor allem alles was andere für wichtig hielten nicht so wichtig zu nehmen. Das rheinische Motto „Es ist noch immer gut gegangen“ habe ich irgendwie verinnerlicht und ich hab ja doch noch alles geschafft.

So unterschiedlich wie die Menschen sind so altern sie auch unterschiedlich, so gut oder schlecht kommen sie damit zurecht.

Ich spüre manchmal die Angst vor dem Tod, vielleicht weil ich ihm schon dreimal in die Augen sehen konnte, in die Verzweiflung der Unabwendbarkeit, in die Angst vor dem unendlichen Nichts, in der Trauer darum, nie zu erfahren wie es weiter geht.

Und in diesem Moment, sah ich in den Augen meiner Eltern und der einzigen Großmutter die ich noch erleben durfte, auch jeweils die Stärke der Liebe. Was man im Leben immer nur flüchtig erahnen kann, wird oft endgültig klar erst im sicheren Verlust. Das gilt nicht nur für den Tod, auch wenn man sich trennt, Kinder weg ziehen usw. ist dies wie ein kleiner Tod und erst im Nachklang weiß man oft besser was man voneinander hatte.

Wir suchen und wir verstecken uns ein Leben lang, viele laufen auch immer wieder weg, aber wenn sie dann weg sind, bereuen sie es fast immer. Auch hier ist der Mensch wieder sehr irrational auch wenn es rationale Gründe gibt für eine Trennung.

Ich bin mehr einer der aushält, der versucht stand zu halten und treu bleibt. Aber trotzdem weiß ich auch wie oft ich versagt habe und wohl noch versagen werde. Aber immer nehme ich das auf mich, schlucke die Wut und den Schmerz ohne es nachtragend an anderen fest zu machen, einzig, dass ich es versuche in Worte zu binden, in Poesie, die ist meine Therapie, lässt mich den Frieden finden, aber vielleicht auch andere ihre Fehler erkennen.

Aber vielleicht ist beides in mir auch nie so groß, wie es andere in sich werden lassen? Das es sie zerreist!

Kann man das steuern oder lernen. Reicht dafür ein Leben oder steckt es in uns diese Fähigkeit oder eben nicht?

Aber vielleicht werden wir ja alle wiedergeboren und können es dann anders/besser machen?

Das klingt allerdings so tröstlich, wie zugleich bedrohlich.

© 2021 Alle Texte und Ideen sind geistiges
Eigentum von Ludger Christian Albrecht (Luc A.)

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