Mein Literaturtipp

Meine Lesetipps und -kritik, der von mir selbst gelesenen Bücher –
was gefällt ist immer Geschmacksache, aber ihr könnt natürlich auf meinen vertrauen :O)

(Die Inhaltsangaben stammen teilweise aus dem Netz/Amazon & Co)

Und ich lasse hier mal bewußt Titel und Autorenbilder weg, damit ihr lesen müsst um Euch zu entschieden ;O)

Sophie Bonnet: Provenzalische Schuld: Ein Fall für Pierre Durand (5. Band)

Neblige Täler, vergessene Dörfer – tote Touristen …

Es ist November in Südfrankreich. Die Olivenernte hat begonnen, die Tage sind noch angenehm warm. Da erschüttern zwei mysteriöse Morde die Hochprovence. Weit entfernt von Sainte-Valérie, wo sich Pierre Durand auf den gemeinsamen Urlaub mit seiner Freundin Charlotte freut. Doch als Nanette Rozier, die Frau des Bürgermeisters, spurlos verschwindet, ist an Erholung nicht mehr zu denken. Bald wird Arnaud Rozier verdächtigt und bittet seinen Chef de police um Hilfe. Pierre Durand folgt der Spur der Vermissten in die provenzalischen Berge bei Sisteron und begibt sich damit selbst in höchste Lebensgefahr …

Eine typische Urlaubslektüre! Ich gebe es zu, ich bin kein klassischer Krimileser, daher wird die Fans dieser Reihe meine Einschätzung vielleicht entsetzen. Aber für mich bestätigt es meine Aversion dagegen immer wieder.
Die Handlungsstränge und die Sprache und Ideen sind mir einfach zu simpel!
Ich mag Thriller und den Wechsel der Perspektive, Opfer/Täter. Das kommt hier überhaupt nicht vor. Alles immer aus der Perspektive eines langweiligen Loosers
und mehr über seine langweilige Beziehung und seinen banalen kulinarischen Geschmack, als über die auch zumindest hier in diesem Band (die anderen kenne ich zugegeben nicht) sehr bemühte Story.
Irgendwie alles auf die hauptsächlich weibliche Leserschaft ausgerichtet. (Die Krönung sind noch die Rezepte im Anhang) Sorry Mädels, „ganz nett“ aber furchtbar inhaltslos und nur mäßig spannend.

Jeffry Archer: Spiel der Zeit (Clifton-Saga Bd. 1)

Die Schicksale zweier Familien. Eine verborgene Wahrheit. Das Ringen um Freundschaft und Liebe.
England um 1930: Der junge Harry Clifton wächst an den Hafendocks von Bristol heran, seine Mutter Maisie muss sich mit harter Arbeit durchschlagen. Um den Tod von Harrys Vater, der angeblich im Krieg gefallen ist, rankt sich ein Geheimnis. Harrys Leben nimmt eine Wendung, als er das Stipendium für eine Eliteschule erhält. Er tritt ein in die Welt der Reichen und lernt Giles Barrington sowie dessen Schwester Emma kennen, Erben einer Schifffahrts- Dynastie. Harry verliebt sich in Emma, ohne zu ahnen, dass die Schicksale ihrer Familien auf tragische Weise miteinander verknüpft sind …

»Spiel der Zeit« ist der erste Band von Jeffrey Archers großem historischen Familienepos »Die Clifton-Saga« …

Das ganz besondere an dieser zunächst scheinbar normalen Historischen Saga, wie es viel gibt und die ich immer wieder gerne zwischendurch, als leichte Lektüre lese,
ist der Perpektivwechsel. Die gleich Geschichte wird aus der Perspektive unterschiedlicher Hauptpersonen immer wieder erzählt. Das gelingt Archer wirklich gut und macht es literarisch wertvoll, denn so kann sich beim Leser nicht schnell eine Festlegung manifestieren. „Gut und Böse“ gibt es nicht, jeder Mensch hat seine eigene Wahrheit und seine Gründe. Daneben ist die Handlung spannend und historisch interessant. Am Ende des ersten Bandes kommt es zudem noch zu einer sehr überraschenden Wendung. Aber leider gibt es jetzt schon 7 Bände und das lässt mich befürchten, dass die Qualität nachlassen wird, mal sehen.

Ergänzung: Band 2 war auch noch sehr gut! Band 3 ist schon ein wenig zäher, aber durchaus noch lesenswert. Band 4 hätte mich beinah dazu gebracht, die Serie abzubrechen, aber dann ist dem Autor schließlich gelungen der zunächst ziemlich beliebig scheinende Einführung einer „bad person“, doch eine tragende und spannende Rolle zu geben. Trotzdem gibt es Längen und man fragt sich, ob die Weiterführung der Familienchronik nicht doch sehr bemüht ist, einfach um eine Geldquelle nicht versiegen zu lassen. Der Urlaub bringt mich durch, aber danach wird es schwierig, glaube ich.

Patrick S. Tomlinson: The Ark – Die letzte Reise der Menschheit

Die Einsätze sind hoch in Patrick S. Tomlinsons faszinierendem Science Fiction-Debüt – denn die Arche ist die letzte Hoffnung der Menschheit.

Nachdem die Erde zerstört wurde, sind die letzten 50.000 Menschen auf einem gewaltigen Raumschiff, der „Arche“, unterwegs zum nächsten bewohnbaren Planeten. Beinahe hundert Jahre hat die Reise bereits gedauert, erst die jetzige Generation von Bewohnern soll die Ankunft erleben. Das Leben an Bord ist streng reglementiert, jeder Bewohner ist über ein Implantat jederzeit zu orten. Dennoch verschwindet der brillante junge Wissenschaftler Edmond Laraby spurlos – und wird kurz darauf tot aufgefunden. „Selbstmord“, heißt es von offizieller Stelle, doch Detective Bryan Benson hegt Zweifel: Was hat es mit den Aufnahmen von Tau Ceti auf sich, die Laraby ausgewertet hat? Und wie hängt eine Geheimorganisation, deren Mitglieder sich durch Vortäuschen des eigenen Todes der Überwachung entzogen haben, in der Sache mit drin?

„Wenn Sie einen Mix aus hervorragender Science Fiction und Action-Thriller suchen, dem eine Prise Mystery beigemengt wurde, dann lesen Sie dieses Buch!“ SF & F Reviews

Dem kann ich mich absolut anschließen, habe jetzt sehr lange kein SF mehr gelesen, aber diese Debüt hat mich wirklich beeindruckt und das überraschende Ende lässt Raum für eine Fortsetzung, hoffentlich.
Auch im Verlauf der Handlung gibt es absolut keine Längen. Sehr spannend und ein Zukunftszenario das eben heute keinen größeren Realitätsbezug haben könnte!

Catrine Clay: Trautmanns Weg

Bert Trautmann wurde 1923 in Bremen geboren, trat früh der Hitlerjugend bei und meldete sich als 17-Jähriger freiwillig zum Kriegseinsatz an der Ostfront. Wie konnte er mit dieser Biografie zu einem englischen Fußballidol werden, das bis zu seinem Tod im Juli 2013 auf Manchesters Straßen erkannt und verehrt wurde?

Die englische Historikerin Catrine Clay hat diese denkwürdige Karriere in Zusammenarbeit mit Bert Trautmann sorgsam recherchiert. Ihr gelingt ein aufschlussreicher Blick auf eine typische Jugend im Nationalsozialismus, auf hautnahe Kriegserfahrung und persönliche Lernprozesse in englischer Kriegsgefangenschaft. Am Ende steht der Wille zur Versöhnung. Und eine weitere existentielle Erfahrung, die Trautmann zur Fußballlegende werden lässt: Der seinerzeit vielleicht weltbeste Torhüter erleidet im englischen Pokalfinale einen Genickbruch, spielt aber unter Lebensgefahr weiter und sichert seinem Verein Manchester City den Titel. In den englischen Fußballannalen ist das bis heute unvergessen.
Im Buch wird zu großen Teilen auch die unglaubliche Vorgschichte erzählt, die verdeutlicht wie schrecklich eine ganze junge deutsche Generation von der Menschenverachtetnen Ideologie der Nationalsozialisten indokriniert war und wie schwer es diesen jungen Menschen viel, die Wahrheit zu erkennen, obwohl ihnen der Wahnsinn vor Augen stand. Für mich persönlich ein sehr wichtiges Buch, weil es die Erinnerungen meines eigenen Vaters, der sehr ähnliches durchlebt hat, ergänzt und bestätigt hat. (s.a. „Der große Wahnsinn“ auf diesem Blog)

Die sehr gute Verfilmung lief auch gerade erst in den Kinos.

Eugene Chirovici: Das Echo der Wahrheit

Eines Tages macht der New Yorker Psychiater Dr. James Cobb die unerwartete Bekanntschaft des Multimillionärs Joshua Fleischer. Fleischer leidet an einer unheilbaren Krankheit und bittet Cobb eindringlich, für einige Tage zu ihm nach Maine zu kommen. Als Cobb dort eintrifft, erfährt er, dass der vom Tod gezeichnete Mann eine schwere Last mit sich trägt: Er hat Angst, in den Mord an einer jungen Frau verwickelt zu sein, mit der er vor vielen Jahren einen Abend in einem Pariser Hotelzimmer verbracht hat. Seine Erinnerungen sind aber bruchstückhaft, und deshalb soll Cobb ihm helfen, endlich die Wahrheit ans Licht zu bringen. Noch kann Cobb allerdings nicht ahnen, dass damit die verdrängten Dämonen seiner eigenen Vergangenheit zum Leben wiedererwachen … Ein Buch das tief in die psychologischen Abründe und Widersprüche der Menschlichen Persönlichkeit eintaucht. Baut sehr viel Spannung auf, die Auflösung der Geschichte ist für meinen geschmack etwas zu konstruiert, aber aufjedenfall trotzdem sehr lesenswerter Krimi.

Tarkis Würger: Stella

Es ist 1942. Friedrich, ein stiller junger Mann, kommt vom Genfer See nach Berlin. In einer Kunstschule trifft er Kristin. Sie nimmt Friedrich mit in die geheimen Jazzclubs. Sie trinkt Kognak mit ihm und gibt ihm seinen ersten Kuss. Bei ihr kann er sich einbilden, der Krieg sei weit weg. Eines Morgens klopft Kristin an seine Tür, verletzt, mit Striemen im Gesicht: „Ich habe dir nicht die Wahrheit gesagt.“ Sie heißt Stella und ist Jüdin. Die Gestapo hat sie enttarnt und zwingt sie zu einem unmenschlichen Pakt: Wird sie, um ihre Familie zu retten, untergetauchte Juden denunzieren? Eine Geschichte, die auf wahren Begebenheiten beruht – über die Entscheidung, sich selbst zu verraten oder seine Liebe.
Die zugleich das Menschsein in grausamen Zeiten ansich in Frage stellt. Hatte Stella eine Wahl oder hätte sie die Wahl treffen sollen, lieber selbst zu sterben?
Auch Juden und Verräter sind nur Menschen, ein für Deutschland sehr wichtiges Buch!
Ein Buch das fasziniert in seiner für das Thema ungeöhnlichen Leichtigkeit, die einem doch im Halse stecken bleibt.

Julian Barnes: Die einzige Geschichte

Die erste Liebe hat lebenslange Konsequenzen, doch davon ahnt der 19-jährige Paul noch nichts, für ihn sind andere Dinge wichtiger. Er verliebt sich in Susanne, eine viel älterer Frau und bleibt ihr lange treu. Eine Geschichte die die Liebe ansich sehr klar und hintergründig beleuchtet. Sie ist ist in Wahrheit ein Gefühl ohne Altersbindung, doch als Paul älter wird, steigen seine Ansprüche …
Das Buch fasziniert in seiner Intensität, von der ersten bis zur letzten Minute.
Man leidet und wächst mit dem Protagonisten und erkennt die Verlogenheit der sich an Normen und Regeln klammernden Gesellschaft bis ins Mark. Doch letztlich scheiter auch Paul an der ewigen Liebe, die es so nicht gibt.

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